Wenn man an BDSM denkt, stellt man sich wahrscheinlich Menschen vor, die wilden, perversen Sex praktizieren – wofür sollte die Abkürzung schließlich sonst stehen? Viele Menschen, die sich mit BDSM beschäftigen, stellen jedoch fest, dass es wenig bis gar nichts mit Sex zu tun hat.
Tatsächlich sind manche Menschen, die BDSM praktizieren, asexuell, das heißt, sie verspüren wenig oder gar keine sexuelle Anziehung zu anderen – obwohl sie dennoch sehr an erfüllenden romantischen Beziehungen interessiert sein können, in denen sie die Freuden der BDSM-Welt ausleben. Für manche mag es beispielsweise das Fesseln bei einer Shibari-Session oder das Erkunden von Impact Play sein.
Was ist Asexualität?
Asexualität ist eine sexuelle Orientierung, die durch das Fehlen sexueller Anziehung zu anderen gekennzeichnet ist. Asexuelle Menschen (so werden Menschen bezeichnet, die sich als asexuell identifizieren) können andere Formen der Anziehung empfinden, wie zum Beispiel ästhetische, romantische oder sinnliche. Obwohl sie wenig bis gar keine sexuelle Anziehung verspüren, können asexuelle Menschen aus verschiedenen Gründen sexuell aktiv sein , etwa um Lust zu empfinden, Intimität zu erleben oder sich fortzupflanzen.
Heißt das, dass sie keinen Sex wollen?
Asexualität ist eine sexuelle Orientierung, wie Heterosexualität oder Homosexualität, die bedeutet, dass jemand keine sexuelle Anziehung empfindet. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie keinen Sex wollen, sondern dass das Verlangen nicht vorhanden ist. In der BDSM-Szene gibt es viele asexuelle Menschen, die dennoch BDSM-Praktiken genießen. Für sie geht es dabei um Machtdynamiken und sinnliche Erfahrungen, nicht um Sex an sich.
Wie funktioniert also
asexuelles BDSM? Es geht um so viel mehr als nur Sex. Manchmal geht es sogar gar nicht um Sex! Es geht darum, die eigenen Vorlieben und Fetische auf sichere und einvernehmliche Weise mit einem Partner zu erkunden, der die gleichen Interessen teilt. Ob Bondage, Rollenspiele oder andere Formen von Kink – es gibt Wege, diese auch ohne Sex zu genießen. Und genau das macht asexuelles BDSM so großartig: Jeder mit Offenheit und Neugierde ausprobieren!
Asexualität wird oft als unvereinbar mit Kink angesehen, aber das stimmt nicht unbedingt. Asexuelles BDSM bedeutet, Lust auf alternative Weise. Es geht darum, die eigenen Grenzen auszuloten, den Horizont zu erweitern und sich auf neue und aufregende Weise herauszufordern. Ob asexuell oder nicht – BDSM kann eine erfüllende und bereichernde Erfahrung sein.
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